Rückenschmerzen – die neue Volkskrankheit in Deutschland?

Die Techniker Krankenkasse (TK) gab jüngst ihren neuesten Gesundheitsreport heraus, mit erschreckendem Ergebnis: Der deutsche Arbeitnehmer bleibt jährlich an 17,5 Arbeitstagen wegen Rückenproblemen zu Hause. Jeder zehnte Fehltag ist laut der TK-Studie auf Rückenbeschwerden zurückzuführen. Die Zahlen sind zwar im Vergleich zu den letzten Jahren nicht gestiegen, aber das Niveau der von Rückenschmerzen betroffenen ist hoch: Etwa 80% der Deutschen haben im Laufe ihres Lebens Probleme mit dem Rücken – nicht immer dauerhaft, aber dennoch eine gravierende Zahl.

 


Quelle: Youtube.com / Beurer Gesundheit & Wohlbefinden, Dr. med. Thomas Kurscheid

 

Warum leiden die Deutschen so stark unter Rückenschmerzen?

Der Gesundheitsreport der TK hat diverse mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt, beispielsweise die berufliche Tätigkeit, das Alter oder das Geschlecht von Betroffenen. Eines gleich vorweg: Es gibt kein „benachteiligtes Geschlecht“, Männer und Frauen sind hier ähnlich stark betroffen. Vergleichsweise oft haben aber Menschen in handwerklichen Berufen diese Probleme, insbesondere bei hoher bzw. einseitiger körperlicher Belastung. Auffällig waren hier Berufe im Metall-, Holz-, Bau- und auch Altenpflegebereich. Betrachtet man dagegen Menschen mit einer höheren beruflichen Qualifikation und/oder einem akademischen Grad, sieht die Statistik deutlich besser aus: bei diesen Arbeitnehmern sind weniger als ein Viertel der registrierten Krankheitsfälle durch Rückenprobleme verursacht.

Der Schluss liegt also nahe, dass Rückenbeschwerden häufig durch eine starke Belastung des Bewegungsapparates verursacht werden. Auch das Alter scheint eine Rolle zu spielen. Mit zunehmendem Alter steigen die Fehltage durch Rückenprobleme bei Frauen um das 8,6-fache an, bei Männern sogar um das zehnfache.

 

Rückenschmerzen als Grund für Arbeitsunfähigkeit

Meistens ist die Arbeitsunfähigkeit durch Rückenbeschwerden nur auf einen kurzen Zeitraum beschränkt: In rund zwei Dritteln der Fälle nach einem bis drei Tagen „Auszeit“ wieder arbeiten, mehr als die Hälfte dieser Krankheitsfälle dauert sogar nur einen bis drei Tagen. Dennoch sind 4,7% länger als sechs Wochen wegen Rückenbeschwerden krankgeschrieben. Etwa die Hälfte der TK-Versicherten wurden im Laufe des Jahres 2013 mindestens einmal krankgeschrieben. Ein Rekord-Krankenstand konnte Anfang des Jahres durch eine Erkältungswelle verzeichnet werden. Atemwegserkrankungen und psychische Probleme führen die Liste der Gründe für Krankschreibungen an, allerdings gab es bei den psychischen Erkrankungen 2013 erstmals keine Steigerung seit Beginn des neuen Jahrtausends.

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