Operationen in Deutschland und international untersucht

Bildquellenangabe: Tim Reckmann / pixelio.de

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Häufig ist zu lesen und zu hören, dass in Deutschland viele Menschen operiert werden, wie sonst fast nirgendswo. Fast jeder von uns wurde schon mit diesem Thema konfrontiert. Nun kommt eine neue Studie jedoch zu dem Schluss, dass dies nicht stimmt. Was steckt nun wirklich dahinter?

 

Deutschland und Operationen

Angeblich sind Deutsche die meist Operierten der Welt. Jedenfalls, wenn es nach den Ergebnissen der OECD (Organisation für Ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung) geht. Hier geht es vor allem um Operationen, welche man bereits im Vorhinein planen kann, wie beispielsweise künstliche Hüft- und Kniegelenke. Die Krankenkassen schlagen nun Alarm und behaupten, dass sehr viele Eingriffe für die Gesundheit nicht medizinisch notwendig sind. Kliniken bestreiten dies.

 

Neue Studie der OECD

Die WIP (Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherer) könnte das Blatt nun wenden, denn nach einer neuen Studie ist die Zahl der OPs durchschnittlich und nicht so dramatisch erhöht, wie lange Zeit behauptet wurde. Deutsche stehen beispielsweise bei Hüftoperationen nicht an erster Stelle, sondern „nur“ auf dem fünften Platz. Woher kommen diese neuen Zahlen und was steckt eigentlich dahinter?

Wissenschaftler der WIP bezweifeln, dass man OPs in unterschiedlichen Ländern tatsächlich auf die Art und Weise vergleichen kann, wie es die OECD in ihrer Studie des Jahres 2013 getan hat. Die OECD habe demnach etwas Wichtiges vergessen: Deutsche sind im Durchschnitt um einiges älter als Einwohner vieler anderer Länder und brauchen daher öfter ein neues Kniegelenk oder eine neue Hüfte. Das WIP hat den Altersdurchschnitt nun auf „deutsches Niveau“ gehoben und die Anzahl der OPs erhöht. In diesem Fall liegt Deutschland bei OPs wie der Hüftoperation nun sogar noch hinter Luxemburg, Norwegen und Österreich. So sieht es mit der Gesundheit doch gar nicht so schlecht aus!

Quelle: Wissenschaftliches Institut der PKV / Foto: SZ -Online

Quelle: Wissenschaftliches Institut der PKV / Foto: SZ -Online

 

 

Deutschland ist nicht OP Weltmeister

Dass die Deutschland ein echter OP-Weltmeister ist, ist also schlichtweg falsch. Nach der Berechnung des WIP liegt das Land nun nicht mehr auf dem sechsten Platz, sondern fällt nun sogar auf den neunten Platz zurück. Von einer OP-Weltmeisterschaft kann daher keine Rede sein!

Gesundheit in Deutschland

Bildquelle: Rainer Sturm_pixelio.de

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Das Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts hält fest, dass sich die Gesundheit der Deutschen in den vergangenen Jahren insgesamt betrachtet verbessert hat. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass das bestehende Präventionsangebot von immer mehr Menschen genutzt wird. Gerade im Hinblick auf Schutz- und Grippeimpfungen, sowie bei Gesundheits- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen steigt die Teilnehmerzahl. Europaweit ist die medizinische Versorgung in Deutschland äußerst dicht, vor allem in Bezug auf Anzahl der Fach- und Zahnärzte. Außerdem hat sich die Ernährung der Deutschen wesentlich verbessert. So ist ein erhöhter Konsum von Obst und Gemüse sowie ballaststoffreichen Lebensmitteln zu verzeichnen.

Weiter werden interne Qualitätssicherungsmaßnahmen in Arztpraxen und Krankenhäusern weiterhin ausgebaut. Dem zuzuordnen ist die wachsende Bedeutung der Entwicklung von Behandlungsleitlinien, welche die Entscheidungen des Arztes lenken sollen und damit die Behandlungsergebnisse verbessern.

 

Positive und negative Entwicklungen der Gesundheit in Deutschland

Der bessere Gesundheitszustand zeigt sich deutlich in der höheren Lebenserwartung für Männer (76 Jahre) wie Frauen (81,6 Jahre). Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten zwar weiterhin als häufigste Todesursache, sind aber im Hinblick auf die Gesamtsterblichkeit rückläufig. Zudem sterben immer weniger Menschen an Krebserkrankungen, da die Überlebenschancen auch bei bösartigen Tumoren steigen. Die Alterung der Gesellschaft wird aber in Zukunft eine Erhöhung an Krebsleiden mit sich bringen. Zudem steigen im Zuge dieses gesellschaftlichen Phänomens auch die Erkrankungen an Diabetes mellitus, Osteoporose und Schlaganfällen.

Auch wenn allgemein gesehen eine Verbesserung zu erkennen ist, wird deutlich, dass schwächere soziale Schichten weniger stark davon profitieren können. Ebenso zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So sterben Männer häufiger als Frauen an Krankheiten, die durch Arbeitsbedingungen oder eine riskante Lebensweise verursacht werden. Ein weiterer Faktor ist in der Prävention zu sehen, die von Frauen weitaus mehr in Anspruch genommen wird, als von Männern. weiterlesen »

Rückenschmerzen – die neue Volkskrankheit in Deutschland?

Die Techniker Krankenkasse (TK) gab jüngst ihren neuesten Gesundheitsreport heraus, mit erschreckendem Ergebnis: Der deutsche Arbeitnehmer bleibt jährlich an 17,5 Arbeitstagen wegen Rückenproblemen zu Hause. Jeder zehnte Fehltag ist laut der TK-Studie auf Rückenbeschwerden zurückzuführen. Die Zahlen sind zwar im Vergleich zu den letzten Jahren nicht gestiegen, aber das Niveau der von Rückenschmerzen betroffenen ist hoch: Etwa 80% der Deutschen haben im Laufe ihres Lebens Probleme mit dem Rücken – nicht immer dauerhaft, aber dennoch eine gravierende Zahl.

 


Quelle: Youtube.com / Beurer Gesundheit & Wohlbefinden, Dr. med. Thomas Kurscheid

 

Warum leiden die Deutschen so stark unter Rückenschmerzen?

Der Gesundheitsreport der TK hat diverse mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt, beispielsweise die berufliche Tätigkeit, das Alter oder das Geschlecht von Betroffenen. Eines gleich vorweg: Es gibt kein „benachteiligtes Geschlecht“, Männer und Frauen sind hier ähnlich stark betroffen. Vergleichsweise oft haben aber Menschen in handwerklichen Berufen diese Probleme, insbesondere bei hoher bzw. einseitiger körperlicher Belastung. Auffällig waren hier Berufe im Metall-, Holz-, Bau- und auch Altenpflegebereich. Betrachtet man dagegen Menschen mit einer höheren beruflichen Qualifikation und/oder einem akademischen Grad, sieht die Statistik deutlich besser aus: bei diesen Arbeitnehmern sind weniger als ein Viertel der registrierten Krankheitsfälle durch Rückenprobleme verursacht.

Der Schluss liegt also nahe, dass Rückenbeschwerden häufig durch eine starke Belastung des Bewegungsapparates verursacht werden. Auch das Alter scheint eine Rolle zu spielen. Mit zunehmendem Alter steigen die Fehltage durch Rückenprobleme bei Frauen um das 8,6-fache an, bei Männern sogar um das zehnfache.

 

Rückenschmerzen als Grund für Arbeitsunfähigkeit

Meistens ist die Arbeitsunfähigkeit durch Rückenbeschwerden nur auf einen kurzen Zeitraum beschränkt: In rund zwei Dritteln der Fälle nach einem bis drei Tagen „Auszeit“ wieder arbeiten, mehr als die Hälfte dieser Krankheitsfälle dauert sogar nur einen bis drei Tagen. Dennoch sind 4,7% länger als sechs Wochen wegen Rückenbeschwerden krankgeschrieben. Etwa die Hälfte der TK-Versicherten wurden im Laufe des Jahres 2013 mindestens einmal krankgeschrieben. Ein Rekord-Krankenstand konnte Anfang des Jahres durch eine Erkältungswelle verzeichnet werden. Atemwegserkrankungen und psychische Probleme führen die Liste der Gründe für Krankschreibungen an, allerdings gab es bei den psychischen Erkrankungen 2013 erstmals keine Steigerung seit Beginn des neuen Jahrtausends.